MEDION AG, ESSEN

Ad-hoc-Mitteilung nach § 15 WpHG,

Nach einer für MEDION insgesamt planmäßig verlaufenden Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2006 haben sich die Auftragseingänge gegen Ende des 3. Quartals sowie insbesondere für das entscheidende vierte Quartal unter den Erwartungen entwickelt. Die durch die Fußball-WM noch im Frühjahr erwarteten positiven Impulse auf die Nachfrage für Consumer Electronics sind zwar in Teilbereichen eingetreten, blieben jedoch insgesamt deutlich unter den noch zu Jahresanfang hohen Erwartungen in der gesamten Branche zurück. Insbesondere hielten sich die Endverbraucher beim Kauf von IT/Multimedia-Produkten im Sommer 2006 zurück. Infolgedessen kam es durch die hohe Anzahl von Artikeln im Markt bei den Herstellern und im Einzelhandel zu einem noch weiter verstärkten Wettbewerb und zusätzlichem Druck auf die Preise und Margen. Darüber hinaus führte die Unsicherheit über die Nachfrageentwicklung zu einem nochmals deutlich vorsichtigeren Orderverhalten unserer wesentlichen Kunden. In der Folge liegen derzeit sowohl die Ordermengen als auch insbesondere die im Rahmen der Projekte zu kalkulierenden Preispunkte für das zweite Halbjahr unter den Planungen.

Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der Umsatz vor allem im vierten Quartal um 20 bis 30 % hinter den Planungen von Anfang 2006 zurück bleibt und sich der Jahresumsatz 2006 statt der ursprünglich erwarteten ca. € 2,0 Mrd. bei ca. € 1,5 Mrd. bis € 1,7 Mrd. einstellt. Trotz einer Kostenentwicklung unter Plan wird sich das operative Ergebnis durch die umsatzbedingt fehlenden Roherträge gegenüber der Planung in einer Größenordnung von € 15 Mio. bis € 25 Mio. verschlechtern. Das operative Ergebnis wird sich damit voraussichtlich im einstelligen positiven Millionenbereich einstellen.

Darüber hinaus wird das Ergebnis vor allem durch Sonderfaktoren belastet. Der hohe Preisdruck und das Warenüberangebot im Markt haben die Rahmenbedingungen für die Zweitvermarktung von Retouren und Servicewaren deutlich verschlechtert. Zudem konnte der sonstige betriebliche Aufwand zwar bereits spürbar reduziert werden, er liegt jedoch weiterhin auf einem hohen Niveau und verteilt sich nunmehr infolge der niedrigeren zu erwartenden Umsätze auf eine geringere Umsatzbasis.

Der Vorstand hat sich daher entschlossen, den Risiken durch erhöhte Rückstellungsbildungen für Gewährleistungen und Abschriften im Vorratsvermögen Rechnung zu tragen. Die Größenordnung der zusätzlichen Risikovorsorge im Jahresabschluss lässt sich derzeit noch nicht genau beziffern; der Vorstand geht jedoch davon aus, dass sich daraus zusätzliche buchmäßige Aufwendungen in einer Größenordnung von € 80 Mio. bis € 90 Mio. ergeben werden.
 
Das bereits in 2005 initiierte und in 2006 verstärkt fortgesetzte Kostensenkungsprogramm entwickelt sich, da die beschlossenen Maßnahmen schneller als erwartet umgesetzt werden konnten, insgesamt besser als geplant. Dadurch können gegenüber der Planung in 2006 voraussichtlich € 5 Mio. höhere Kosteneinsparungen realisiert werden.

Dieses Kostensenkungsprogramm wird vor dem Hintergrund der verringerten Umsatz- und Ertragsbasis forciert fortgesetzt werden. Die das Geschäftsjahr 2006 belastenden Restrukturierungskosten werden auf ca. € 5 Mio. geschätzt. Ziel ist es, effiziente Strukturen für ein mittelfristiges Umsatzniveau von € 1,3 Mrd. bis € 1,5 Mrd. p. a. zu erreichen.

Insgesamt geht der Vorstand daher davon aus, dass der MEDION-Konzern im Geschäftsjahr 2006 bei einem auf € 1,5 Mrd. bis € 1,7 Mrd. reduzierten Umsatzniveau ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen von € -75 Mio. bis € -95 Mio. erreichen wird. Dabei ist zu berücksichtigen, daß dieses Ergebnis im Wesentlichen durch nicht zahlungswirksame Aufwendungen aus bilanzieller Risikovorsorge in Form von Wertberichtigungen auf Vorräte und Rückstellungserhöhung für Gewährleistungen von € 80 Mio. bis € 90 Mio. geprägt ist. Nach Ertragsteuern wird der MEDION-Konzern mit einem Jahresfehlbetrag von voraussichtlich € 45 Mio. bis € 60 Mio. abschließen.

Der MEDION-Konzern verfügt auch unter Berücksichtigung des nunmehr für 2006 zu erwartenden Jahresfehlbetrages von € 45 Mio. bis € 60 Mio. weiterhin über ein positives Eigenkapital von über € 370 Mio., das damit rund 50 % der Bilanzsumme ausmachen wird. Die Cash-Position ist nahezu das ganze Jahr deutlich positiv. Bankkredite müssen lediglich kurzfristig und gezielt zur Finanzierung von einzelnen großen Projektvolumina, insbesondere für das Weihnachtsgeschäft, wochenweise in Anspruch genommen werden. Damit verfügt der MEDION-Konzern auch weiterhin über solide Finanzierungsrahmenbedingungen für die weitere Geschäftsentwicklung.

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