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Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Im Geschäftsjahr 2016/2017 setzte sich das solide und stetige Wirtschaftswachstum in Deutschland, dem nach wie vor wichtigsten Markt für MEDION, fort. Nach dem Jahresergebnis des Statistischen Bundesamtes nahm das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt 2016 um 1,9 % zu. Die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt - die Arbeitslosenquote liegt derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit 25 Jahren - bildet die Grundlage für spürbare Zugewinne bei der Kaufkraft privater Haushalte. Der private Konsum sowie insbesondere die dynamischen Wohnungsbauinvestitionen und der erhöhte Staatskonsum sind Träger der insgesamt günstigen konjunkturellen Entwicklung. Die robuste wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland erscheint angesichts des verhaltenen Ausblicks und der weiterhin hohen Verschuldung in Teilen des Euroraums sowie der beträchtlichen Unsicherheiten aufgrund von geopolitischen Konflikten und einer fragilen Weltkonjunktur bemerkenswert.

Im Euroraum setzt sich die wirtschaftliche Erholung in einem schwierigen globalen Umfeld fort. Die Wachstumserwartungen des vergangenen Jahres wurden in etwa erfüllt. Die expansive Geldpolitik und die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar werden die Konjunktur weiterhin stützen. Die Verbraucherpreisinflation dürfte sich nach der Stabilisierung der Rohölpreise spürbar beschleunigen. Wesentliche Nachfrageimpulse kommen im Eurogebiet weiterhin vom privaten Konsum. Hierzu trägt die leichte Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt bei. Dieser bleibt aber in vielen Ländern nach wie vor angespannt (vorgenannte Angaben aus dem Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung 2017, S. 14 ff).

Markt für Consumer Electronics/Digitale Medien/Mobilfunkdienstleistungen

Im Gegensatz zur positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung waren die für MEDION relevanten Marktsegmente jedoch nach wie vor von starkem Preisdruck und hohen Sättigungsraten geprägt.

Der Markt für Consumer Electronics in Deutschland verzeichnete 2016 (1. Januar 2016 - 31. Dezember 2016) bei einem Gesamtumsatz von € 26,6 Mrd. (Vorjahr: € 27,6 Mrd.) einen Rückgang um 4 %1.  Er entwickelte sich damit schwächer als die Gesamtwirtschaft. Trotz eines stabilen und besonders im zweiten Quartal positiven Marktes für TV-Geräte fiel das Ergebnis des Umsatzes mit CE-Produkten im Gesamtjahr 2016 mit -4 % negativ aus. Dabei musste der Bereich der klassischen Unterhaltungselektronik gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 4,4 % auf € 9,2 Mrd. hinnehmen. Die Sparte der privat genutzten Telekommunikation verzeichnete mit € 10,4 Mrd. (-0,2 %) ein nahezu stabiles Ergebnis. Im Segment der privat genutzten IT-Produkte fiel der Umsatzverlust mit einem Minus von 8,6 % auf € 6,9 Mrd. am höchsten aus (gfu Pressemitteilung vom 24. Februar 2017).

Unveränderte Basis für die Marktentwicklung ist die immer mehr zunehmende Digitalisierung von Produkten, Inhalten und Übertragungswegen, die sich auch bei Fernsehern und mobilen Endgeräten weiter fortsetzte. Die positive Entwicklung im Bereich Audio und Video bei innovativen Produkten mit verbesserter Bild- und Tonwiedergabe, größeren Bildschirmen oder gesteigerter Energieeffizienz sowie einer Vielzahl neuer Nutzungs- und Vernetzungsmöglichkeiten und die anhaltend hohe Nachfrage nach Smartphones stehen dem gesunkenen Absatz von Desktop-PCs und Notebooks gegenüber und sorgen somit für eine weitestgehend stabile Marktentwicklung.

TV und Audio

Wie in den Vorjahren gehörten zwar auch 2016 hochauflösende, flache Fernsehgeräte und alle Geräte, die eine mobile Mediennutzung erlauben, zu den besonders nachgefragten Geräten. Die intensive Wettbewerbssituation führte jedoch auch zu einem starken Preiswettbewerb. Insgesamt entwickelte sich der Absatz gegenüber dem Vorjahr stabil und erwirtschaftete einen Umsatz von € 4 Mrd. Beim Absatz lässt sich ein leichter Rückgang von -0,9 % auf 6,9 Mio. Stück verzeichnen (Vorjahr: 6,9 Mio. Stück).

Die positive Entwicklung des Vorjahrs setzte 2016 der Bereich Home Audio fort. Insgesamt wurde hier 2016 ein Umsatz von € 1,1 Mrd. erzielt (Vorjahr: € 1,0 Mrd.). Connected Audio sorgte mit € 388 Mio. für eine Umsatzsteigerung um 25,7 %. Der Absatz legte mit einem Zuwachs von 26,1 % auf 1,6 Mio. Stück (Vorjahr: 1,3 Mio. Stück) ebenfalls kräftig zu.

Notebook und Tablet

Die Informationstechnologie bildet mit einem um -8,6 % gesunkenen Umsatz auf € 6,9 Mrd. (Vorjahr: € 7,6 Mrd.) erneut den kleinsten Teilmarkt im deutschen Consumer-Electronics-Markt.

Dabei waren insbesondere PCs in allen Marktsegmenten rückläufig. Alle drei PC-Sparten verzeichneten in 2016 Einbußen bei Absatz und Umsatz. Einen Rückgang um -13,5 % auf 1,1 Mio. Stück erreichten Desktop-PCs. Tablet-PCs gingen deutlich um -21,8 % auf 4,8 Mio. Stück und Notebooks um -7,7 % auf knapp 4,8 Mio. Stück zurück. Beim Umsatz liegen die Desktop-PCs mit -15,0 % bei € 0,6 Mrd., Notebooks mit -5,8 % bei knapp € 3,0 Mrd. und Tablet-PCs mit einer Verringerung um -17,4 % bei knapp € 1,4 Mrd. Die Gründe für die anhaltenden Rückgänge auf dem PC-Markt sind vielfältig: zum einen sorgt die stabile Entwicklung im Bereich Smartphones für die Verlagerung, zum anderen geben sich inzwischen deutlich mehr Verbraucher und Unternehmen länger mit der Leistung ihrer aktuellen Personal Computer zufrieden als noch vor einem Jahrzehnt - damals wurden schnellere Prozessoren und mehr Speicher noch als sichere Kaufanreize gehandelt. Zudem macht der starke US-Dollar PCs in vielen Ländern der Welt teurer und bremst so die Kaufbereitschaft noch weiter aus.

Diese Entwicklung hat sich nicht nur in Deutschland und den für MEDION wichtigen zentralen europäischen Märkten gezeigt. Laut den Zahlen von Gartner ist der weltweite PC-Markt in 2016 um 6,2 % zurückgegangen. Insgesamt setzten Hersteller 269,7 Mio. Computer ab. Im Jahr 2015 waren es noch 276,2 Mio. Einheiten.

Smartphones

Der Bereich Telekommunikation stellt erneut das größte Segment des gesamten Umsatzvolumens für Consumer Electronics in Deutschland. In 2016 ist der Umsatz leicht um -0,2 % auf € 10,4 Mrd. gesunken. Einen leichten Rückgang verzeichneten die Smartphones. Hier reduzierte sich der Umsatz um -2,7 % auf knapp € 9,6 Mrd. und sank die Anzahl der verkauften Geräte um -7,6 % von 25,1 Mio. auf 23,2 Mio. Stück trotz eines um 5,3 % gestiegenen Durchschnittspreises von € 412.

Digitale Medien

Digitale Medien umfassen audiovisuelle Medien und Anwendungen, die als Digitalformate über das Internet an den Endnutzer vertrieben werden. Hierzu zählen digitale Videoinhalte (Filme, Serien und Shows), digitale Musik als Download oder Internet-Stream, digitale Games für verschiedene Endgeräte und elektronische Publikationen (ePublishing), also Bücher, Magazine und Zeitungen als Digitalversionen z. B. für eReader oder Tablets. Prognosen der Initiative D21 zufolge wird in den kommenden zehn Jahren die Digitalisierung die gesamte Bevölkerung erfasst haben (D21: Digital Index 2014, Die Entwicklung der digitalen Gesellschaft in Deutschland).

Telekommunikation

Im Telekommunikationsmarkt haben sich zurückgehende Terminierungsentgelte und die hohe Wettbewerbsintensität im Markt auf den Umsatz mit Mobilfunkdienstleistungen belastend ausgewirkt. Positiv ist die unverändert hohe Nachfrage nach mobiler Datennutzung. Die Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen beispielsweise im Fotoservice oder bei Download- und Streaming-Angeboten wächst weiter; jedoch sind hier die Margen aufgrund der fehlenden Diversifizierungsmöglichkeiten und des Wettbewerbsumfelds erheblich unter Druck.

Die Zahlenangaben für die Entwicklung im Consumer-Electronics-Markt 2016 in Deutschland stammen aus dem Consumer-Electronics-Markt-Index CEMIX, der von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) zusammen mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) herausgegeben wird.